Was ist mittelbare Täterschaft kraft überlegenen Wollens?

Überlegenes Wollen liegt dann vor, wenn der mittelbare Täter die Tat will, der Tatmittler hingegen nicht, obwohl er weiß, was er tut – also keine mittelbare Täterschaft kraft überlegenen Wissens vorliegt.

Beispiel: A droht B mit dem Tod, wenn er nicht das Fahrrad des C stiehlt. Wenn B nun wohl oder übel das Rad stiehlt, um sein Leben zu schützen, und es dem A bringt, handelt es sich um einen durch A begangenen Diebstahl in mittelbarer Täterschaft.

Was ist mittelbare Täterschaft kraft überlegenen Wissens?

Überlegenes Wissen ist dann gegeben, wenn der Täter über mehr Informationen verfügt als der Tatmittler. Andersherum betrachtet fehlt dem Tatmittler das notwendige Wissen, um zu begreifen, was er tut und dass dieses strafbar sein könnte.

Beispiel: A erklärt dem B, sein Fahrrad stünde noch in der Garage des C, der es sich ausgeliehen und noch nicht zurückgebracht habe. Tatsächlich gehört das Rad aber dem C. Wenn B nun gutgläubig das Rad holt und es dem A bringt, handelt es sich um einen durch A begangenen Diebstahl in mittelbarer Täterschaft.

Was ist ein absichtslos-doloses Werkzeug?

Ein absichtslos-doloses Werkzeug hat zwar den notwendigen Vorsatz für die Verwirklichung eines Straftatbestands, aber nicht die notwendige Absicht. Somit ist diese Person nicht Täter, sondern Tatmittler. Die Person, die ihn beauftragt hat, ist nicht Anstifter, sondern mittelbarer Täter.

Beispiel: A bitte den B, ihm das Fahrrad des C zu bringen. Er wolle zwar einen Ausflug zum See damit unternehmen, es aber nicht dauerhaft für sich behalten. Damit hat B nicht die für einen Diebstahl notwendige Zueignungsabsicht, er begeht also keinen Diebstahl. A hat somit einen Diebstahl in mittelbarer Täterschaft begangen.