Was ist ein abstraktes Gefährdungsdelikt?

Bei einem abstrakten Gefährdungsdelikt wird ein bestimmtes Verhalten als sorgfaltswidrig, als grundsätzlich gefährlich eingestuft. Ob die Gefahr, vor der geschützt werden soll, tatsächlich eingetreten ist, ist dabei unerheblich.

Beispiel: § 316 StGB (Trunkenheit im Verkehr)

Vom abstrakten Gefährdungsdelikt ist das konkrete Gefährdungsdelikt zu unterscheiden.

Wann ist alkoholisiertes Fahren eine Straftat?

Die Strafbarkeit von Alkoholfahrten ist unterschiedlich einzustufen:

  • Ordnungswidrigkeit nach dem Straßenverkehrsgesetz: Mit mindestens 0,5 Promille handelt man grundsätzlich ordnungswidrig gemäß § 24a StVG. Dafür ist es unerheblich, ob man trotzdem noch sicher fahren konnte oder nicht.
  • Trunkenheit im Verkehr: Gemäß § 316 StGB ist man strafbar, wenn man absolut (ab 1,1 Promille) oder relativ fahruntüchtig (ab 0,3 Promille bei entsprechenden Ausfallerscheinungen) ist.
  • Gefährdung des Straßenverkehrs: Nach § 315c ist man strafbar, wenn zur Trunkenheit gemäß § 316 noch eine Gefährdung anderer Menschen oder Sachen von bedeutendem Wert dazukommt.