Wie kann ein eingeschränktes Notwehrrecht ausgeübt werden?

Ist das Notwehrrecht eingeschränkt, so bedeutet dies, dass die Schonung des Angreifers noch höheren Stellenwert erhält:
Zunächst muss der Angegriffene ausweichen, also auf die Notwehr ganz verzichten.
Ist ein Ausweichen nicht möglich, kann der Angegriffene reine Verteidigung üben, sog. Schutzwehr. Dabei muss er kleinere eigene Verletzungen grundsätzlich hinnehmen.
Nur wenn auch die Verteidigung keine sichere Angriffsabwehr verspricht, dürfen als ultima ratio schwerere Notwehrhandlungen ausgeführt werden.

Was besagt der Grundsatz des fairen Verfahrens?

Das Erfordernis eines fairen Verfahrens wird aus Art. 6 Abs. 1 Satz 1 der (Europäischen) Menschenrechtskonvention hergeleitet. Dabei handelt es sich nicht um ein strikt definierbares Recht, sondern um eine Auslegungsrichtlinie, die andere prozessuale Rechte effektiv sichern soll.

Ein faires Verfahren setzt voraus, dass eine grundsätzliche „Waffengleichheit“ zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung herrscht, insbesondere dass erstere keine Informationen zurückhält oder Beweise unterdrückt.

Was ist Heimtücke?

Heimtückisch handelt, wer die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers in feindseliger Willensrichtung zur Tötung ausnutzt.

Arglos ist, wer zu Beginn der ersten Tötungshandlung keinen Angriff erwartet. Wer schläft, ist also arglos, weil er seine Arglosigkeit dadurch demonstriert hat, dass er sich in Ruhe zum Schlafen hingelegt hat; anders ist es dagegen, wenn er sich vor Müdigkeit nicht mehr wach halten konnte oder gar bewusstlos wurde.

Wehrlos ist, wer aufgrund seiner Arglosigkeit keine oder geringere Möglichkeiten der Verteidigung hatte.

Ausnutzen liegt nur dann vor, wenn der Täter die Arg- und Wehrlosigkeit in seinen Tatplan miteinbezogen hat, um seine Tat zu erleichtern.

Feindselige Willensrichtung scheidet dann aus, wenn der Täter meint, zum Besten des Opfers zu handeln, es insbesondere zu „erlösen“ oder mit seinem Willen zu handeln.