Wie kann der Täter zurücktreten?

Ein Zurücktreten ist stets dadurch möglich, dass die Vollendung verhindert wird oder man sich ernsthaft um die Verhinderung bemüht, die Tat aber aus anderem Grund nicht vollendet wird.

Der Einzeltäter kann zudem beim unbeendeten Versuch die Tathandlung einfach aufgeben. Der Mittäter ist auch dann nicht strafbar, wenn er sich ernsthaft um die Verhinderung bemüht hat, die Nichtvollendung aber aus anderen Gründen erfolgt ist.

Was ist sukzessive Mittäterschaft?

Bei der sukzessiven Mittäterschaft erfolgt der Tatentschluss erst während der Tatausführung. Dies ist immer noch ausreichend für die Annahme von Mittäterschaft.

Mittäterschaft ist auch nach Vollendung und vor Beendigung noch möglich. In diesem Fall erfolgt die Zurechnung des gesamten fremden Tatgeschehens auch vor der Mittäterhandlung.

Was ist tätige Reue?

Tätige Reue liegt vor, wenn der Täter sich bemüht, den Schaden seiner Tat abzuwenden. Das StGB sieht eine Strafmilderung für tätige Reue ausdrücklich nur bei wenigen Delikten (Hochverrat, Brandstiftung, andere gemeingefährliche Straftaten) vor. Der Grund dafür ist, dass hier die Vollendung bereits sehr weit nach vorn verlagert ist und damit ein Rücktritt vom Versuch schnell unmöglich wird. Rechtsfolge ist dann, dass das Gericht die Strafe nach seinem Ermessen mildern kann, also an die Mindeststrafe nicht mehr gebunden ist.

Soweit keine tätige Reue vorgesehen ist, erfolgt eine Berücksichtigung des Bemühens, den Schaden gering zu halten, im Rahmen der Strafzumessung.