Wann liegt mittelbare Täterschaft vor?

Der Unterschied zur unmittelbaren Täterschaft liegt darin, dass der Täter icht eigenhändig handelt, sondern sich einer anderen Person (des sog. „Tatmittlers“) bedient. Der Tatmittler ist dem Täter aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen unterlegen, wird also wie ein Werkzeug eingesetzt.

Zu unterscheiden ist dabei zwischen mittelbarer Täterschaft kraft überlegenen Wissens und mittelbarer Täterschaft kraft überlegenen Wollens.

Darf eine nach § 154 StPO eingestellte Tat bei der Strafzumessung berücksichtigt werden?

Ja, aber nur, wenn diese bereits vollständig ausermittelt ist, also selbst Teil eines Urteils sein könnte. Das ist in aller Regel nicht der Fall, da § 154 StPO gerade der Verfahrensökonomie dient und damit eine komplizierte Ermittlungsarbeit verhindert werden soll.

Ist Gewalt gegen Sachen auch Gewalt?

Hierzu wurde zunächst der „vergeistigte Gewaltbegriff“ entwickelt, wonach Gewalt dann vorliegt, wenn der Genötigte die Handlung als Zwang wahrnimmt. Danach kann auch Gewalt gegen Sachen als Gewalt im Sinne des Strafgesetzes wirken. Hiervon ist man mittlerweile (auch durch die verfassungsgerichtliche Rechtsprechung) abgerückt. Gewalt soll danach nur vorliegen, wenn sie sich körperlich beim Betroffenen niederschlägt.

Kann jemand, der geschäftsunfähig ist, genötigt werden?

Ja, auch dann kommt eine Nötigung in Betracht. Allerdings muss zumindest die Möglichkeit der natürlichen Willensbildung und Willensbetätigung vorhanden sein. Eine bewusstlose Person scheidet hier also aus, nicht jedoch Kinder, geistig Behinderte oder Betrunkene.

Was ist der Unterschied zwischen Täterschaft und Teilnahme?

Heute wird die Unterscheidung zwischen dem Täter und dem Teilnehmer (Anstifter, Gehilfe) im Wesentlichen nach der sogenannten Tatherrschaftslehre vorgenommen. Täter ist danach, wer die Tat beherrscht, sie nach seinem Willen steuern kann und damit als Zentralgestalt des gesamten Ablaufs hin zur Tatverwirklichung agiert.

Hinzu kommt aber auch noch eine subjektive Komponente, die auf die Vorstellungen der Beteiligten abstellt: Täter ist danach, wer die Tat als eigene will, Teilnehmer, wer sie als die Tat eines fremden will (subjektive oder Animustheorie).