Was ist sukzessive Mittäterschaft?

Bei der sukzessiven Mittäterschaft erfolgt der Tatentschluss erst während der Tatausführung. Dies ist immer noch ausreichend für die Annahme von Mittäterschaft.

Mittäterschaft ist auch nach Vollendung und vor Beendigung noch möglich. In diesem Fall erfolgt die Zurechnung des gesamten fremden Tatgeschehens auch vor der Mittäterhandlung.

Wann ist eine Notwehrhandlung erforderlich?

Erforderlichkeit ist gegeben, wenn die Verteidigungshandlung bei größtmöglicher Schonung der Interessen des Angreifers die sofortige und endgültige Beendigung des Angriffs erwarten lässt.

Es werden also zunächst alle Verteidigungsmöglichkeiten betrachtet, die die den Angriff ausreichend abwehren. Unter diesen Handlungsoptionen ist dann aber nur die zulässig, die den Angreifer am wenigsten schädigt.

Zurückweichen oder die Wahl unsicherer Verteidigungsmittel ist aber nicht notwendig.

Gilt § 316a auch, wenn das Auto bereits steht?

Es kommt nach der Rechtsprechung darauf an, ob für den räuberischen Angriff noch die besonderen Verhältnisse des Straßenverkehrs ausgenutzt werden. Bei einem verkehrsbedingten Halt (Stau, rote Ampel) gilt dies grundsätzlich schon, bei einem anderen Halt nur, wenn der Fahrer noch immer mit dem Bewältigen von Verkehrsvorgängen beschäftigt ist. Nach tatsächlicher Beendigung der Fahrt oder nach Ausstellen des Motors liegt diese Situation jedenfalls nicht mehr vor.