Was ist die Folge, wenn ein strafbegründendes besonderes persönliches Merkmal beim Teilnehmer fehlt?

Weist der Anstifter oder Gehilfe ein besonderes persönliches Merkmal, das eigentlich Voraussetzung für die Strafbarkeit ist, nicht auf, so ist er trotzdem strafbar. Schließlich hat er ja einen Täter mit diesem Merkmal angestiftet bzw. ihm geholfen, also Unrecht fabriziert. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass er selbst für die gleiche Handlung als Täter nicht bestraft werden könnte, da er eben mangels dieses Merkmals gar kein tauglicher Täter sein kann.

Das Gesetz (§ 28 Abs. 1) geht hier einen Mittelweg, indem es den Teilnehmer zwar für strafbar erklärt, seine Strafe aber gemäß § 49 Abs. 1 mildert. Dadurch verringert sich die Mindeststrafe ca. auf ein Viertel, die Höchststrafe auf drei Viertel. Der Strafrahmen wird also deutlich geringer.

Was ist der Unterschied zwischen Täterschaft und Teilnahme?

Heute wird die Unterscheidung zwischen dem Täter und dem Teilnehmer (Anstifter, Gehilfe) im Wesentlichen nach der sogenannten Tatherrschaftslehre vorgenommen. Täter ist danach, wer die Tat beherrscht, sie nach seinem Willen steuern kann und damit als Zentralgestalt des gesamten Ablaufs hin zur Tatverwirklichung agiert.

Hinzu kommt aber auch noch eine subjektive Komponente, die auf die Vorstellungen der Beteiligten abstellt: Täter ist danach, wer die Tat als eigene will, Teilnehmer, wer sie als die Tat eines fremden will (subjektive oder Animustheorie).