Gibt es die Vermögensstrafe noch?

Nein.

Zwar steht die Vermögensstrafe noch als Strafart in § 43a StGB und wird auch von verschiedenen Vorschriften angedroht (z.B. bei schweren Bandendiebstahl gemäß § 244a oder bandenmäßigem Betrug nach § 263 Abs. 7), aber sie wurde vom Bundesverfassungsgericht aufgehoben. Darum findet man im Gesetz auch die folgende Fußnoten:

Gem. BVerfGE v. 20.3.2002 I 1340 (2 BvR 794/95) mit GG (100-1) Art. 103 Abs. 2 unvereinbar und nichtig

Der Grund für die Aufhebung war, dass diese Strafe im Gesetz so unpräzise bestimmte war, dass für den Betroffenen nicht voraussehbar war, wie das Gericht diese Strafe zumessen würde. Dies widerspricht aber dem Bestimmtheitsgebot.

Wie wird ein Irrtum über Entschuldigungsgründe behandelt?

Die Folgen dieses Irrtums sind im Gesetz teilweise geregelt, § 35 Abs. 2. Wer aufgrund tatsächlicher Fehler einen entschuldigenden Notstand annimmt, wird nur bestraft, wenn er den Irrtum vermeiden konnte. Auch dann kommt ihm noch eine Strafmilderung zugute.

Wie wird die Annahme der a.l.i.c. begründet?

Dies ist umstritten. Am bedeutendsten sind wohl das Ausnahmemodell und die Vorverlegungslösung, letztere wiederum kann über den Versuch und über die mittelbare Täterschaft erreicht werden.

Alle Lösungen werden gleichermaßen kritisiert, da es sich um eine reine Zweckkonstruktionen handelt, die Strafbarkeitslücken im Gesetz schließen sollen.

Was ist die Folge, wenn ein strafbegründendes besonderes persönliches Merkmal beim Teilnehmer fehlt?

Weist der Anstifter oder Gehilfe ein besonderes persönliches Merkmal, das eigentlich Voraussetzung für die Strafbarkeit ist, nicht auf, so ist er trotzdem strafbar. Schließlich hat er ja einen Täter mit diesem Merkmal angestiftet bzw. ihm geholfen, also Unrecht fabriziert. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass er selbst für die gleiche Handlung als Täter nicht bestraft werden könnte, da er eben mangels dieses Merkmals gar kein tauglicher Täter sein kann.

Das Gesetz (§ 28 Abs. 1) geht hier einen Mittelweg, indem es den Teilnehmer zwar für strafbar erklärt, seine Strafe aber gemäß § 49 Abs. 1 mildert. Dadurch verringert sich die Mindeststrafe ca. auf ein Viertel, die Höchststrafe auf drei Viertel. Der Strafrahmen wird also deutlich geringer.