Welche Folgen hat der error in persona für den Anstifter?

Verwechselt der Haupttäter das Tatobjekt, so liegt beim Anstifter eine aberratio ictus vor. Denn insoweit handelt es sich beim Haupttäter wie um eine Waffe des Anstifters, die fehlgeht.

Hielt sich die Abweichung aber noch in den Grenzen der allgemeinen Lebenserfahrung, so liegt lediglich ein Irrtum über den Kausalverlauf vor, der im Endeffekt ohne Bedeutung ist.

Ist man verpflichtet, andere auf überhöhte Zahlungen hinzuweisen?

Grundsätzlich nicht. Strafbar ist man bei einem Unterlassen gemäß § 13 Abs. 1 StGB nur, wenn man rechtlich dafür einzustehen hat, dass ein bestimmter Erfolg (hier: der Irrtum und die anschließende Vermögensschädigung) nicht eintritt. Dies ist eine sogenannte Garantenstellung. Als einfacher Vertragspartner hat man aber keine solche Garantenstellung.

Bei einem Beamten ist das jedoch anders. Diesen treffen Treuepflichten aus seinem Beamtenverhältnis, wegen derer er auch einen Irrtum des Staates hinsichtlich seiner Gehaltszahlungen aufklären muss.

Wie wird ein Irrtum über den Kausalverlauf behandelt?

Auch in diesem Fall liegt Kausalität im Sinne der conditio sine qua non normalerweise vor. Zunächst ist daher zu prüfen, ob der Erfolg dem Täter trotzdem objektiv zurechenbar ist. Dies ist dann der Fall, wenn sich die Abweichung im Rahmen des objektiv Voraussehbaren hält.

Im subjektiven Tatbestand muss diskutiert werden, ob diese Änderung am Kausalverlauf auch vom Vorsatz des Täters umfasst war. Das ist dann gegeben, wenn der Täter auch diesen Umweg zumindest billigend in Kauf nimmt.

Wie wird ein error in persona vel obiecto behandelt?

Im Prinzip gar nicht.

Dabei handelt es sich nur um einen Irrtum bei der Individualisierung des Tatobjekts, nicht um einen solchen im Rahmen des Tatbestands. Der Täter hat z.B. trotzdem auf einen Menschen gezielt, nur eben auf einen anderen als erwartet. Es handelt sich also um einen Motivirrtum. Der Vorsatz und damit auch die Strafbarkeit bleiben unberührt.