Wie wird der Tatbestand bei Mittäterschaft geprüft?

Beim objektiven Tatbestand muss geprüft werden, ob funktionelle Taterrschaft aller Beteiligter vorliegt. Dann kann die Erfüllung des gesamten Tatbestands durch gegenseitige Zurechnung geprüft werden.

Im subjektiven Tatbestand bedarf es des gemeinsamen Tatplans, der den Vorsatz bzgl. aller Merkmale des objektiven Tatbestands umfasst, Vorsatz bzgl. der eigenen funktionellen Tatherrschaft und ggf. besonderer persönlicher Absichten.

Schema:
I. Objektiver Tatbestand
1. funktionelle Tatherrschaft
2. Tatbestandsmerkmale
II. Subjektiver Tatbestand
1. gemeinsamer Tatplan bzgl. aller Tatbestandsmerkmale
2. Vorsatz bzgl. funktioneller Tatherrschaft
3. ggf. besondere Absichten

Was ist sukzessive Mittäterschaft?

Bei der sukzessiven Mittäterschaft erfolgt der Tatentschluss erst während der Tatausführung. Dies ist immer noch ausreichend für die Annahme von Mittäterschaft.

Mittäterschaft ist auch nach Vollendung und vor Beendigung noch möglich. In diesem Fall erfolgt die Zurechnung des gesamten fremden Tatgeschehens auch vor der Mittäterhandlung.