Was ist die Folge, wenn ein strafmodifizierendes besonderes persönliches Merkmal beim Teilnehmer fehlt?

Ein strafmodifizierendes besonderes persönliches Merkmal soll nach dem Willen des Gesetzgebers strafschärfend, strafmildernd oder strafausschließend wirken. Es liegt also bereits eine Strafbarkeit vor, die aber eben aufgrund besonderer Umstände in der Person des Täters modifiziert wird. Eben darum soll sie aber nur dem zugute kommen, in dessen Person sie auch tatsächlich vorliegt, § 28 Abs. 2.

Beispiel: Wer eine Strafvereitelung zugunsten seines Abgehörigen begeht, ist straffrei (§ 266 Abs. 5). Dies ist ein besonderes persönliches Merkmal, da es eine an sich bestehende Strafbarkeit gemäß Abs. 1 aufhebt. Wenn A also die Bestrafung seines Bruder B verhindert, ist A deswegen nicht strafbar. Wenn C dem A aber dabei hilft, dann kann C deswegen verurteilt werden, weil die Angehörigeneigenschaft bei ihm nicht vorliegt.