Wie wird § 28 bei den subjektiven Mordmerkmalen angewandt?

Die Mordmerkmale sind nach der Rechtsprechung des BGH, der in Mord und Totschlag zwei unterschiedliche, nebeneinander stehende Delikte sieht, strafbegründend. Damit ist § 28 Abs. 1 StGB anzuwenden.

Der Teilnehmer muss also Vorsatz bzgl. der subjektiven Mordmerkmale beim Täter haben, selbst diese Merkmale aber nicht aufweisen. Weist er sie selbst auf, wird er aus dem normalen Strafrahmen bestraft, ansonsten ist seine Strafe gemäß §§ 28 Abs. 1, 49 StGB zu mildern.

Wann ist der Rücktritt freiwillig?

Ein freiwilliger Rücktritt ist anzunehmen, wenn er Täter noch „Herr seiner Entschlüsse“ ist, also die Verwirklichung seines Plans noch für möglich hält. Keine Freiwilligkeit ist gegeben, wenn der Täter, durch äußere Zwänge oder auch durch psychischen Druck gehindert wird, die Tat zu vollenden.

Wie kann der Täter zurücktreten?

Ein Zurücktreten ist stets dadurch möglich, dass die Vollendung verhindert wird oder man sich ernsthaft um die Verhinderung bemüht, die Tat aber aus anderem Grund nicht vollendet wird.

Der Einzeltäter kann zudem beim unbeendeten Versuch die Tathandlung einfach aufgeben. Der Mittäter ist auch dann nicht strafbar, wenn er sich ernsthaft um die Verhinderung bemüht hat, die Nichtvollendung aber aus anderen Gründen erfolgt ist.