Was ist die Folge eines überlangen Strafverfahrens?

Ein überlanges Strafverfahren führt – im Gegensatz bspw. zu Zivilprozessen – in der Regel zu keiner Geldentschädigung. Vielmehr wird die Verfahrensdauer so berücksichtigt, dass ein Teil der Strafe als verbüßt gilt.

Dies ist aber nur der Fall, wenn eine ganz erhebliche Verzögerung vorliegt, die sich nicht aus den Besonderheiten des Verfahrens ergibt.

Was passiert, wenn gegen den Beschleunigungsgrundsatz verstoßen wird?

Eine rechtsstaatwidrige Verzögerung des Verfahrens kann einen Strafmilderungsgrund darstellen. Aber einer gewissen Schwere des Verstoßes kann auch ein Teil der Strafe für verbüßt erklärt werden.

In ganz besonders krassen Fällen kann die Verzögerung auch ein Verfahrenshindernis darstellen und so zur Einstellung führen.