Macht sich der Strafverteidiger der Hehlerei schuldig, wenn er ein Honorar aus einer Katalogtat annimmt?

Zwar darf auch ein Verteidiger kein Geldwäscher sein, ansonsten ergäbe sich für den Vortäter eine Lücke, um seine Beute zu verwenden. Auch kann sich der Täter nicht darauf berufen, sei Verteidigerwahlrecht sei eingeschränkt. Denn dies steht ihm ohnehin nur offen, wenn er dafür seine eigenen Mittel setzt.

Eine verfassungskonforme Auslegung von § 261 gebietet es aber, dass dolus eventualis nicht ausreicht, um Hehlerei anzunehmen. Vielmehr muss der Anwalt sicher wissen, dass das Geld aus einer Katalogtat stammt. Ansonsten wäre die Berufsfreiheit des Rechtsanwalts enorm eingeschränkt.

Was ist der Täter hinter dem Täter?

Hierbei handelt es sich um einen Hintermann, der zwar rechtlich gesehen nicht von einem Defekt des Vordermanns profitiert, aber an Wissen und Wollen überlegen ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Hintermann innerhalb eines organisatorischen Machtapparats dem Vordermann übergeordnet ist oder wenn er eine überlegene Sachverhaltskenntnis besitzt.

Was ist mittelbare Täterschaft kraft überlegenen Wissens?

Überlegenes Wissen ist dann gegeben, wenn der Täter über mehr Informationen verfügt als der Tatmittler. Andersherum betrachtet fehlt dem Tatmittler das notwendige Wissen, um zu begreifen, was er tut und dass dieses strafbar sein könnte.

Beispiel: A erklärt dem B, sein Fahrrad stünde noch in der Garage des C, der es sich ausgeliehen und noch nicht zurückgebracht habe. Tatsächlich gehört das Rad aber dem C. Wenn B nun gutgläubig das Rad holt und es dem A bringt, handelt es sich um einen durch A begangenen Diebstahl in mittelbarer Täterschaft.

Kann man einen Minderjährigen als Täter einsetzen und dann selber straflos bleiben?

Nein.

Auch bei Minderjährigen ist darauf abzustellen, ob der Handelnde selbst Täter oder eher ein Werkzeug ist. Dabei geht es weniger um starre Altersgrenzen als um die Einsichtsfähigkeit des Handelnden in seine Tat. Wenn hier ein überlegenes Wissen oder überlegenes Wollen vorliegt, handelt es sich um mittelbare Täterschaft. Hat der Minderjährige dagegen Tatherrschaft innegehabt und wie ein Täter gehandelt, so ist der hinter ihm Stehende nicht mittelbarer Täter, sondern Anstifter.

In der Theorie ist zwar die mittelbare Täterschaft eine stärkere Beteiligungsform als die Anstiftung, allerdings gilt bei beiden derselbe Strafrahmen – nämlich der des Täters. Für den Tatveranlasser ist es also im Endeffekt egal, über welche Strafnorm verurteilt wird. Eine „besonders schlaue“ Konstruktion, um straffrei zu bleiben, gibt es hier nicht.

Wenn der Minderjährige wenigstens 14 ist, kann er selbst strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Nur bis einschließlich 13 Jahre ist eine Verurteilung nicht möglich.